WHO weitet Ebola-Vorsorgemaßnahmen auf drei Kontinente aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Ebola-Bereitschaft in 22 Ländern auf drei Kontinenten verstärkt. Der Schritt erfolgt nach Ausbrüchen des Bundibugyo-Virus in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und Uganda sowie einem bestätigten importierten Fall in Kenia. Laut WHO umfassen die Maßnahmen Länder in Afrika, Asien und Europa, wobei besondere Priorität auf Djibouti, Somalia und Sudan liegt, wie die Organisation mitteilte.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC handelt es sich bei dem aktuellen Ausbruch um den zweitgrößten Ebola-Ausbruch in der Geschichte. Das Bundibugyo-Virus ist eine von mehreren Ebola-Virusvarianten. In der DR Kongo wurden Fälle in den Provinzen Bas-Uele, Haut-Uele, Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Süd-Ubangi und Tshopo bestätigt. Uganda meldete laut CDC 21 bestätigte und wahrscheinliche Fälle sowie drei Todesfälle; der letzte bestätigte Fall dort datiert vom 21. Juni.

Schnelle Ausbreitung und Herausforderungen

Der aktuelle Ausbruch breitet sich deutlich schneller aus als frühere Ebola-Ausbrüche. Laut CDC wurden innerhalb von 40 Tagen nach Beginn der Reaktionsmaßnahmen mehr als 1.000 bestätigte Fälle registriert. Zum Vergleich: Der Ebola-Ausbruch 2018 in der DR Kongo benötigte etwa 235 Tage, um diese Fallzahl zu erreichen.

Die Reaktion auf den Ausbruch wird laut CDC durch mehrere Faktoren erschwert: begrenzte Gesundheitsinfrastruktur, anhaltende Konflikte in der betroffenen Region, häufige Bevölkerungsbewegungen und grenzüberschreitende Reisen. Gewalt gegen Gesundheitspersonal und Mangel an persönlicher Schutzausrüstung führten dazu, dass sich Gesundheitspersonal bei der Behandlung von Patienten infizierte. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen warnte laut einem Bericht, dass sich das aktuelle Ebola-Virus so schnell ausbreite, dass die Bekämpfung „wie das Löschen eines Megafeuers“ sei.

Fall in Kenia und regionale Bereitschaft

Der bestätigte Fall in Kenia hat die Bedeutung der Notfallvorsorge über die Hauptstadt Nairobi hinaus verdeutlicht. Ein Verdachtsfall im nordöstlichen Bezirk Wajir , ein 20-jähriger Mann, der aus der DR Kongo über Uganda eingereist war , wurde laut Bezirksbeamten negativ auf Ebola getestet. Der Vorfall zeigte jedoch laut dem Nachrichtensender Al Jazeera Lücken in der Bereitschaft entlegener Gemeinden auf.

Garad Saney Mohamed, Kommunikationsdirektor des Bezirks Wajir, erklärte gegenüber Al Jazeera, dass der Bezirk ein Isolationszentrum eingerichtet und ein Schnellreaktionsteam gebildet habe. Über Radiokampagnen, Gesundheitsförderung in Gemeinden und Schulen sowie Plakate werde Aufklärung betrieben. Detaillierte Angaben zur Kapazität des Zentrums, zur Zahl speziell geschulter Gesundheitskräfte oder zum Budget wurden jedoch nicht gemacht.

Risiko für andere Länder und USA

Das CDC stuft das Risiko einer Ausbreitung nach Amerika als sehr gering ein. Bisher wurden keine mit diesem Ausbruch verbundenen Fälle in den Vereinigten Staaten gemeldet. Sollte ein Fall in den USA diagnostiziert werden, sei das Risiko einer weiteren Ausbreitung aufgrund des starken öffentlichen Gesundheitssystems und der Infektionskontrollmaßnahmen ebenfalls gering, so die Behörde.

Um das Importrisiko zu verringern, hat die US-Regierung die Einreise für Reisende eingeschränkt, die sich innerhalb von 21 Tagen vor ihrem Flug in der DR Kongo aufgehalten haben. Diese Personen dürfen keine kommerziellen Flüge mit US-Zielen besteigen. US-Bürger und -Staatsangehörige, die in der DR Kongo waren, sollen mindestens 21 Tage außerhalb des Landes bleiben.

Finanzierung und Strukturprobleme

Die Reaktion auf den Ausbruch wird laut einem Bericht von Inter Press Service durch Finanzierungsprobleme erschwert. Amadou Bocoum, Landesdirektor von CARE International in der DR Kongo, beklagte, dass bei angemessener Finanzierung Schutzausrüstung von Beginn an verfügbar gewesen wäre, stattdessen seien zehn Tage verloren gegangen. Die UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) stellte fest, dass externe Gesundheitshilfe um fast 30 Prozent zurückgegangen sei.

Ausblick

Die WHO konzentriert ihre Bereitschaftsmaßnahmen auf Länder mit erhöhtem Risiko aufgrund von Bevölkerungsbewegungen, Konflikten und Vertreibung. Die Situation bleibt dynamisch, und die Koordination zwischen nationalen Gesundheitsbehörden und lokalen Reaktionsteams ist entscheidend. Für die breite Öffentlichkeit außerhalb der betroffenen Regionen bleibt das Risiko nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden gering.

Quellen


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