Erster H5N1-Fall bei Milchvieharbeiter in Washington bestätigt
Im US-Bundesstaat Washington hat sich ein Mitarbeiter eines Milchviehbetriebs mit dem Vogelgrippevirus H5N1 infiziert. Laut dem Yakima County Health District hatte die Person Kontakt zu infizierten Rindern auf einem der beiden Milchviehbetriebe in Yakima County, auf denen das Virus nachgewiesen wurde. Der Betroffene ist nicht schwer erkrankt und erholt sich zu Hause in Isolation, wie die Gesundheitsbehörde mitteilt. Es handelt sich um den ersten bekannten H5N1-Fall in Washington im Zusammenhang mit Milchvieh.
Zwei Milchviehbetriebe unter Quarantäne
Das Washington State Department of Agriculture hatte zuvor bestätigt, dass auf zwei Milchviehbetrieben in Yakima County das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5N1 bei Rindern nachgewiesen wurde. Dies sind die ersten bekannten Fälle in Milchviehbeständen des Bundesstaats. Die Diagnose wurde vom Washington Animal Disease Diagnostic Laboratory an der Washington State University gestellt und durch die National Veterinary Services Laboratories des US-Landwirtschaftsministeriums bestätigt.
Beide Betriebe stehen unter Quarantäne und haben strenge Biosicherheitsmaßnahmen eingeführt. Tierärzte behandeln die erkrankten Kühe. Laut Behördenangaben erholen sich die meisten betroffenen Rinder mit unterstützender Pflege innerhalb von etwa sechs Wochen. Milch von erkrankten Tieren wird vernichtet und gelangt nicht in die Lebensmittelkette.
Hintergrund: H5N1 bei Milchvieh seit März 2024
H5N1 ist ein Vogelgrippevirus, das ursprünglich vor allem Wildvögel und Geflügel befällt. Seit März 2024 breitet sich das Virus in den USA auch in Milchviehbeständen aus. Laut Washington State Department of Agriculture sind inzwischen Rinder in 19 Bundesstaaten betroffen. Washington ist der erste Bundesstaat, der im Jahr 2026 neue Fälle bei Milchvieh meldet.
In Washington zirkuliert H5N1 seit 2022 bei Vögeln. Die aktuellen Fälle bei Milchvieh wurden entdeckt, nachdem Kühe Krankheitssymptome zeigten. Zuvor waren mehr als 7.000 Überwachungstests über zwei Jahre hinweg negativ ausgefallen, so die Landwirtschaftsbehörde.
Übertragung und Risiko für die Bevölkerung
Menschliche Infektionen mit H5N1 bleiben selten. Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurden seit 2024 insgesamt 71 menschliche H5-Fälle in den USA registriert (Stand: März 2026). Die CDC stuft das derzeitige Risiko für die allgemeine Bevölkerung als gering ein.
Frühere menschliche Fälle in Washington betrafen im Jahr 2024 Arbeiter auf einem Geflügelbetrieb in Franklin County. Der aktuelle Fall in Yakima County ist der erste, der mit infizierten Milchkühen in Verbindung steht.
Das Virus wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, kontaminierter Milch oder über Ausrüstung, Fahrzeuge und Personen übertragen, die zwischen Betrieben wechseln. Wildvögel können das Virus tragen, gelten aber nicht als Hauptübertragungsweg zwischen Milchviehbeständen.
Milchsicherheit und Vorsichtsmaßnahmen
Behörden betonen, dass pasteurisierte Milch und Milchprodukte sicher bleiben. Die Pasteurisierung inaktiviert das Virus. Das Washington State Department of Health teilte mit, dass derzeit keine Gesundheitsgefahr für die Öffentlichkeit besteht und keine Milchknappheit zu erwarten ist.
Ein höheres Risiko besteht für Personen mit direktem Kontakt zu infizierten Tieren: Landarbeiter, Milchviehhalter, Tierärzte und deren Familien. Zudem warnen Behörden vor dem Konsum von Rohmilch, die das Virus enthalten könnte, sowie vor der Verfütterung von Rohmilch an Haustiere.
Maßnahmen und weitere Entwicklung
Die Landwirtschaftsbehörde führt auf den betroffenen Betrieben Untersuchungen und weitere Tests durch. Staatsveterinärin Dr. Amber Itle fordert Milchviehhalter auf, die Biosicherheit zu verstärken, Wildvögel von Wasserquellen fernzuhalten und kranke Tiere schnell zu melden. Die Herbstvogelzugzeit entlang des Pacific Flyway erhöht das Risiko weiterer Einträge.
Die genaue genetische Sequenzierung des Virus steht noch aus. Diese Information ist wichtig, um zu verstehen, ob sich das Virus verändert hat und wie es sich zwischen Tieren und möglicherweise auf Menschen überträgt. Die CDC hat den menschlichen Fall bislang noch nicht in ihrem wöchentlichen FluView-Bericht erwähnt; eine offizielle Bestätigung durch die CDC steht noch aus.
Fazit
Der erste H5N1-Fall bei einem Milchvieharbeiter in Washington zeigt, dass das Virus weiterhin von infizierten Tieren auf Menschen übertragen werden kann, die in engem Kontakt mit ihnen stehen. Die Erkrankung verlief bislang mild. Für die allgemeine Bevölkerung bleibt das Risiko nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden gering. Pasteurisierte Milchprodukte sind sicher. Die Behörden überwachen die Lage weiter und setzen auf verstärkte Biosicherheit in den betroffenen Betrieben.
Quellen
- Yakima County WA Health District Announces Positive H5N1 Dairy Worker from Infected Dairy Farm
- Washington Confirms Its First H5N1 Bird Flu Cases in Dairy Cattle, Placing Two Yakima County Farms Under Quarantine
- Washington Reports Human Bird Flu Case After Dairy Cattle Exposure: Should You Be Worried? | Health and Me
- Bird Flu Reaches Washington Dairy Cattle for the First Time as Two Yakima County Herds Are Quarantined
- State's first case of bird flu in cattle reported in Yakima County
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