Über 4.400 Masernfälle in den USA , Pennsylvania besonders betroffen

In den Vereinigten Staaten sind bis Mitte Oktober 2026 insgesamt 4.410 bestätigte Masernfälle gemeldet worden. Das gab die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) am 16. Oktober bekannt. Von diesen Fällen entfallen mindestens 1.200 auf den Bundesstaat Pennsylvania, wo sich der schwerste Masernausbruch seit Jahrzehnten ereignet. Die CDC hat angekündigt, einen sogenannten „Disease Detective“ , einen Spezialisten für Seuchenermittlung , nach Pennsylvania zu entsenden, um die örtlichen Behörden bei der Eindämmung zu unterstützen.

Nach Angaben der CDC wurden die Fälle in 45 Bundesstaaten und Washington, D.C. registriert. 18 der Erkrankungen betrafen internationale Besucher. In Pennsylvania wurden zudem sechs Todesfälle im Zusammenhang mit Masern gemeldet, wie lokale Gesundheitsbehörden mitteilten. Die CDC hat bislang zwei dieser Todesfälle offiziell anerkannt; die übrigen würden noch überprüft, heißt es.

Wer ist betroffen?

Die überwiegende Mehrheit der Erkrankten ist entweder ungeimpft oder der Impfstatus ist unbekannt. Nach CDC-Angaben sind etwa 96 Prozent der landesweiten Fälle in dieser Gruppe zu finden. Nur etwa 2 Prozent der Erkrankten hatten eine Dosis des MMR-Impfstoffs (Masern-Mumps-Röteln) erhalten, weitere 2 Prozent waren vollständig mit zwei Dosen geimpft.

In Pennsylvania sind laut dem dortigen Gesundheitsministerium weniger als 1 Prozent der Fälle vollständig geimpfte Personen. Keiner der sechs Verstorbenen war geimpft, wie das Ministerium mitteilte. Die Fälle verteilen sich in Pennsylvania auf 42 Landkreise, mit einem Schwerpunkt in Lancaster County.

Was sind Masern und wie werden sie übertragen?

Masern sind eine hochansteckende Virusinfektion, die sich über Tröpfchen in der Luft verbreitet , etwa beim Husten oder Niesen. Typische Symptome sind hohes Fieber, Hautausschlag, Husten und Bindehautentzündung. Komplikationen können Lungenentzündung, Gehirnentzündung und in seltenen Fällen den Tod zur Folge haben, insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Die CDC empfiehlt zwei Dosen des MMR-Impfstoffs: die erste im Alter von 12 bis 15 Monaten, die zweite zwischen 4 und 6 Jahren. Eine Dosis bietet nach Angaben der Behörde einen Schutz von 93 Prozent, zwei Dosen von 97 Prozent.

Impfraten gesunken

Die Impfquoten in den USA sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Laut CDC-Daten erhielten im Schuljahr 2025/26 rund 92,4 Prozent der Kindergartenkinder die MMR-Impfung. Um Ausbrüche zu verhindern, gilt eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 Prozent als notwendig. Die USA hatten die endemische Verbreitung von Masern im Jahr 2000 für beendet erklärt, nachdem durch hohe Impfraten die Übertragungsketten unterbrochen worden waren.

CDC entsendet Experten nach Pennsylvania

Pennsylvania hat die CDC offiziell um Unterstützung durch das sogenannte Epi-Aid-Programm gebeten. Dabei handelt es sich um eine schnelle Feldeinsatzuntersuchung bei dringenden Gesundheitsproblemen. Ein Mitarbeiter des Epidemic Intelligence Service der CDC, ein auf Seuchenbekämpfung spezialisierter Wissenschaftler, soll noch diese Woche vor Ort eintreffen, wie die Behörde mitteilte.

„Die Tatsache, dass wir im Jahr 2026 bundesstaatliche Seuchenexperten zur Untersuchung von Masernausbrüchen entsenden, ist außergewöhnlich. Das ist eine Krankheit, die wir verhindern können“, sagte John Brownstein, Epidemiologe am Boston Children’s Hospital und Berater von ABC News.

Ausblick und Empfehlungen

Die CDC arbeitet weiterhin eng mit den Gesundheitsbehörden in Pennsylvania und anderen betroffenen Staaten zusammen. Die Behörde empfiehlt die MMR-Impfung als wirksamsten Schutz gegen Masern. Eltern, die unsicher sind, ob ihre Kinder vollständig geimpft sind, sollten sich an ihren Arzt wenden.

Unklar bleibt, wie schnell der Ausbruch eingedämmt werden kann. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. äußerte sich am 15. Oktober zuversichtlich, den Ausbruch „schnell beenden“ zu können, nannte aber keine konkreten Maßnahmen. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt hoch: Allein in der jüngsten Woche wurden landesweit 330 neue Fälle registriert.

Quellen


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