Rückruf nach Virusnachweis in Rohmilch

Das kalifornische Gesundheitsministerium (CDPH) hat einen Rückruf für eine Charge Rohmilch des Herstellers Raw Farm, LLC angeordnet, nachdem darin das H5N1-Vogelgrippevirus nachgewiesen wurde. Bisher wurden keine Erkrankungen beim Menschen im Zusammenhang mit diesem konkreten Produkt gemeldet. Kalifornien verzeichnet jedoch insgesamt 29 bestätigte Humanfälle von H5N1, die mit infizierten Milchkühen in Verbindung stehen, wie das CDPH mitteilt.

Die Behörde rät Verbrauchern dringend, auf Rohmilch zu verzichten und stattdessen pasteurisierte Milch zu wählen, da die Pasteurisierung das Virus abtötet. Als Reaktion auf die Situation verstärkt Kalifornien die Testung von Rohmilch und die Biosicherheitsmaßnahmen auf Milchviehbetrieben.

Hintergrund: H5N1 bei Milchkühen

Das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5N1 hat seit März 2024 Milchviehherden in etwa 20 US-Bundesstaaten erreicht. Das Virus stammt ursprünglich von Wildvögeln und hat sich auf Nutztiere ausgebreitet. Erst im Oktober 2026 wurden im Bundesstaat Washington die ersten beiden infizierten Herden im Yakima County bestätigt und unter Quarantäne gestellt, wie das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) mitteilte.

Die meisten erkrankten Kühe erholen sich mit unterstützender Behandlung innerhalb von etwa sechs Wochen, so die Washington State Department of Agriculture. Milch von betroffenen Tieren wird umgeleitet oder vernichtet und gelangt nicht in die Lebensmittelkette.

Risiken von Rohmilch

Rohmilch ist nicht pasteurisiert , ein Erhitzungsverfahren, das schädliche Bakterien und Viren abtötet, während die Nährstoffe der Milch erhalten bleiben. Die US-Lebensmittelbehörde FDA empfiehlt grundsätzlich, keine Rohmilchprodukte zu konsumieren, da diese neben H5N1 auch andere Krankheitserreger wie E. coli enthalten können.

Erst Mitte Oktober 2026 wurde in New York und New Jersey Rohmilch-Cheddar der Firma Family Farmstead Dairy wegen E. coli-Kontamination zurückgerufen. Zuvor hatte ein ähnlicher Rückruf von Rohmilchkäse im September einen E. coli-Ausbruch in neun Bundesstaaten ausgelöst, bei dem 13 Menschen erkrankten und acht hospitalisiert werden mussten.

Was Verbraucher tun sollten

Das CDPH rät Verbrauchern, die betroffene Rohmilch-Charge gekauft haben, das Produkt nicht zu konsumieren, sondern zu entsorgen oder zurückzugeben. Pasteurisierte Milch bleibt sicher für den Verzehr, da das Pasteurisierungsverfahren H5N1 und andere Pathogene zuverlässig inaktiviert.

Personen, die möglicherweise kontaminierte Rohmilch getrunken haben, sollten auf Symptome achten. Bei grippeähnlichen Beschwerden wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen und auf den Kontakt mit Rohmilchprodukten hinzuweisen.

Weitere Maßnahmen und Ausblick

Kalifornien hat die Überwachung von Rohmilchprodukten und Milchviehbetrieben intensiviert. Auch in Washington forderten die Behörden nach den ersten Nachweisen bei Rindern die Landwirte auf, Biosicherheitsmaßnahmen zu verstärken , insbesondere während der herbstlichen Vogelzugzeit entlang des pazifischen Zugwegs, wenn das Risiko einer Virusübertragung durch Wildvögel steigt.

Die genaue Zahl der betroffenen Bundesstaaten variiert je nach Quelle zwischen 19 und 20. Washington ist der erste Bundesstaat, der 2026 neue Fälle bei Milchkühen gemeldet hat. Die genetische Sequenzierung der Viren läuft, um die genauen Virusvarianten zu bestimmen.

Fazit

Der Rückruf in Kalifornien unterstreicht die anhaltenden Risiken durch H5N1 in der Milchviehhaltung und die besondere Gefahr von Rohmilchprodukten. Gesundheitsbehörden empfehlen weiterhin pasteurisierte Milch als sichere Alternative. Die Situation wird engmaschig überwacht, während Landwirte und Behörden an Eindämmungsmaßnahmen arbeiten.

Quellen


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