Früher Beginn der Grippesaison in den USA

Die Grippesaison 2026/27 in den Vereinigten Staaten hat früher als üblich begonnen. Laut dem aktuellen Überwachungsbericht der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) für die epidemiologische Woche 40, die am 10. Oktober 2026 endete, steigt die saisonale Influenza-Aktivität in vielen Landesteilen, bleibt aber insgesamt niedrig. Mehrere Überwachungsindikatoren , darunter der Anteil positiver Influenza-Tests, ambulante Arztbesuche wegen grippeähnlicher Erkrankungen, Notaufnahmebesuche mit Influenza-Diagnose sowie laborbestätigte Krankenhauseinweisungen , nehmen seit Ende August oder Anfang September 2026 zu. Die höchste Aktivität verzeichnen derzeit die Westküstenregionen (HHS-Regionen 9 und 10), so die CDC.

Welche Grippeviren zirkulieren derzeit

Während der Woche 40 meldeten öffentliche Gesundheitslabore insgesamt 300 Influenzaviren: 292 waren Influenza A, acht Influenza B. Von den 251 subtypierten Influenza-A-Viren waren 242 (96,4 Prozent) vom Typ A(H1N1)pdm09 und neun (3,6 Prozent) vom Typ A(H3N2). Seit Woche 21 (endend am 30. Mai 2026) sind 79,3 Prozent der gemeldeten Influenza-A-Viren A(H1N1)pdm09, die Mehrheit davon gehört zur HA-Subklade D.3.1.1, berichtet die CDC.

Auch in Texas zeigt sich ein ähnliches Bild: Das Texas Department of State Health Services meldete für die Woche bis zum 3. Oktober eine Influenza-Positivrate von 4,47 Prozent in Krankenhauslaboren, ein Anstieg gegenüber 3,65 Prozent in der Vorwoche. Von 202 positiven Proben waren 192 Influenza A; alle 33 subtypierten Proben waren H1N1.

Früher Start bedeutet nicht zwingend schwere Saison

Die CDC betont, dass jede Grippesaison anders verläuft , manche beginnen früher, andere später. Die derzeitige Frühsaison-Aktivität sei zwar höher als zu diesem Zeitpunkt üblicherweise beobachtet, liege aber innerhalb der erwarteten saisonalen Schwankungsbreite. Laut Scientific American liegt die landesweite Positivrate für Influenza bei 3,6 Prozent , ein sechsfacher Anstieg gegenüber 0,6 Prozent zur gleichen Zeit 2025. In Region 9 (Arizona, Kalifornien, Hawaii, Nevada) erreichte die Positivrate 9,5 Prozent, was Experten für diese Jahreszeit als außergewöhnlich hoch einstufen.

Andrew Pekosz, Immunologe an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, sagte gegenüber Scientific American, es sei nicht unerhört, dass die Zahlen zu diesem Zeitpunkt steigen, aber man würde dies normalerweise erst im November oder Dezember erwarten. Dennoch sei es zu früh, um vorherzusagen, ob diese frühen Anstiege auf eine besonders schwere Wintersaison hindeuten.

Welche Gruppen sind besonders betroffen

Welcher Influenza-Subtyp dominiert, hat Auswirkungen darauf, welche Bevölkerungsgruppen am stärksten betroffen sind. H3N2-dominierte Saisons waren in der Vergangenheit mit besonders schweren Erkrankungen bei älteren Erwachsenen verbunden, während H1N1 stärkere Auswirkungen auf jüngere Bevölkerungsgruppen hatte , beide Subtypen können jedoch in jedem Alter schwere Erkrankungen verursachen, berichtet Scientific American.

Impfung und antivirale Medikamente empfohlen

Die CDC empfiehlt die jährliche saisonale Grippeimpfung. Influenza-Impfstoffe sind für Personen ab sechs Monaten verfügbar. Für die meisten Menschen sollte die Impfung idealerweise im September oder Oktober erfolgen. Eine Impfung im Juli oder August wird für die meisten Gruppen nicht empfohlen, da die Immunität im Verlauf der Grippesaison nachlassen könnte, so die CDC.

Zudem stehen verschreibungspflichtige antivirale Grippemedikamente zur Behandlung zur Verfügung. Diese sollten so früh wie möglich begonnen werden und sind besonders wichtig für Patienten mit höherem Risiko für Influenza-Komplikationen, betont die Behörde.

Überwachung mehrerer Atemwegsviren

Influenzaviren gehören zu mehreren Viren, die zu Atemwegserkrankungen beitragen. Die CDC stellt wöchentlich aktualisierte, integrierte Informationen über COVID-19, Grippe und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) bereit. Die Behörde schätzt auf Basis der effektiven Reproduktionszahl (Rt) Epidemietrends für COVID-19, Influenza und RSV auf Ebene der USA, der Bundesstaaten und lokaler Gesundheitsversorgungsgebiete.

Ausblick

Die CDC wird die Influenza-Überwachung wöchentlich fortsetzen. Ob sich aus dem frühen Beginn eine intensivere oder längere Grippesaison entwickelt, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Die Behörde rät der Öffentlichkeit, sich impfen zu lassen und bei Symptomen ärztlichen Rat einzuholen, insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko für Komplikationen.

Quellen


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