Erste H5N1-Nachweise auf australischem Territorium

Australien hat am 17. Oktober 2026 den ersten Fall von hochpathogener H5N1-Vogelgrippe auf der subantarktischen Macquarie-Insel bestätigt. Wie die australische Chief Veterinary Officer Beth Cookson mitteilte, wurde das Virus in Proben eines Südlichen See-Elefanten und einer Braunmantel-Möwe nachgewiesen. Die Insel liegt im Südlichen Ozean etwa 1.500 Kilometer südöstlich von Hobart und gehört zum australischen Bundesstaat Tasmanien.

Macquarie Island ist ein UNESCO-Weltnaturerbe und dient als wichtiges Brutgebiet für bis zu 100.000 Robben und rund 4 Millionen Seevögel. Nach Angaben von Tasmaniens Umweltminister Guy Barnett ist dies der erste dokumentierte Nachweis des Virus bei einem Meeressäuger in Tasmanien.

Zusätzliche Tests und bisherige Ergebnisse

Bundeslandwirtschaftsministerin Julie Collins informierte das Parlament, dass Proben von drei weiteren Vogelarten , Skuas, Riesensturmvögeln und Pinguinen , negativ auf das Virus getestet wurden. Die positiven Proben von See-Elefant und Möwe werden laut Collins nun in einem Labor der australischen Forschungsorganisation CSIRO weiter untersucht, um Viruslast und genetische Linie zu bestimmen.

Bislang wurde auf Macquarie Island kein Massensterben unter den Wildtieren beobachtet. Die Proben wurden von Personal auf der Insel gesammelt und zur Diagnostik auf das australische Festland gebracht.

Hintergrund: H5N1 und seine Ausbreitung

Australien hatte im Juni 2026 als letzter Kontinent Vogelgrippe-Fälle gemeldet. Bereits Ende 2025 war das Virus auf einer anderen subantarktischen australischen Insel, Heard Island, nachgewiesen worden. Dort starben laut australischen Medienberichten mehr als 13.000 Robben-Jungtiere an der Infektion.

Südliche See-Elefanten, die bis zu 3.600 Kilogramm schwer werden können, sind nach Angaben der australischen Bundesregierung besonders anfällig für das H5-Vogelgrippevirus. In einigen Fällen liegt die Sterblichkeitsrate bei Jungtieren bei über 90 Prozent.

In Tasmanien wurden bisher insgesamt 50 separate Vogelgrippe-Ereignisse registriert, darunter Nachweise bei verschiedenen Vogelarten an mehreren Standorten. In kommerziellen Geflügelbeständen oder privaten Haltungen wurde das Virus in Tasmanien bisher nicht festgestellt.

Vorsorgemaßnahmen der Behörden

Im August 2026 hatte Australiens Umweltministerium angekündigt, das Personal von der Forschungsstation auf Macquarie Island abzuziehen. Grund war das „psychosoziale Risiko für die Expeditionsteilnehmer“ angesichts eines möglichen H5-Ausbruchs. Experten hatten prognostiziert, dass das Virus während der bevorstehenden Brutsaison wahrscheinlich ein erhebliches Massensterben unter den See-Elefanten verursachen würde.

Bundes- und Landesbehörden führen derzeit umfassende Überwachungsmaßnahmen in der Region durch. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, kranke oder tote Wildvögel zu melden, damit die Behörden mögliche Fälle bewerten und entscheiden können, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind. Zudem wird empfohlen, direkten Kontakt mit kranken oder toten Wildtieren zu vermeiden.

Einordnung und Ausblick

Die Bestätigung von H5N1 auf Macquarie Island markiert einen weiteren Schritt in der geografischen Ausbreitung des Virus in abgelegene Gebiete der südlichen Hemisphäre. Die Insel liegt auf halbem Weg zwischen Tasmanien und der Antarktis und beherbergt dichte Populationen von Seevögeln und Meeressäugern während der Brutzeit.

Wie sich die Situation auf der Insel entwickelt und ob es zu größeren Ausbrüchen kommt, bleibt abzuwarten. Die weiteren Laboruntersuchungen der CSIRO sollen Aufschluss über die genaue Virusvariante und mögliche Übertragungswege geben. Die australischen Behörden setzen ihre Überwachung fort, um das Ausmaß der Infektion bei den Wildtierpopulationen zu erfassen.

Quellen


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