Ausbreitung auf Nord-Ubangi bestätigt
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat die Provinz Nord-Ubangi erreicht, die an die Zentralafrikanische Republik grenzt. Damit ist Nord-Ubangi die achte betroffene Provinz seit Beginn des aktuellen Ausbruchs, der Mitte Mai offiziell erklärt wurde. Zwei Gesundheitsbeamte berichteten Reuters von zwei bestätigten Infektionsfällen in der Region. Die kongolesischen Behörden haben diese Fälle bislang nicht offiziell bestätigt.
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC handelt es sich um den zweitgrößten Ebola-Ausbruch, der jemals verzeichnet wurde. Seit Mai wurden mehr als 9.000 Fälle und über 4.000 Todesfälle bestätigt. Der Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht, einen Stamm des Ebola-Virus.
Betroffene Regionen im Überblick
Das Epizentrum des Ausbruchs liegt weiterhin in der Provinz Ituri. Die Fallzahlen sind laut Berichten auch in Nord-Kivu zuletzt gestiegen. Bestätigte Fälle gibt es zudem in den Provinzen Süd-Kivu, Tshopo, Haut-Uele, Bas-Uele und Süd-Ubangi. Ein Gesundheitsbeamter aus Nord-Ubangi berichtete Reuters von mehreren vermuteten Todesfällen im Bergbaugebiet der Gesundheitszone Wapinda nahe der Grenze zur Provinz Bas-Uele. Proben wurden zur Analyse an das Provinzlabor und nach Kinshasa geschickt.
Die CDC berichtet, dass Süd-Kivu seit dem 29. Mai keine bestätigten Fälle mehr gemeldet hat. Dies ist der 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo.
Außergewöhnliche Ausbreitungsgeschwindigkeit
Der aktuelle Ausbruch breitet sich deutlich schneller aus als frühere Ebola-Ausbrüche. Nach Angaben der CDC wurden innerhalb von 40 Tagen nach Aktivierung der Reaktionsmaßnahmen mehr als 1.000 bestätigte Fälle registriert. Zum Vergleich: Der Ebola-Ausbruch von 2018 in der DR Kongo benötigte etwa 235 Tage, um mehr als 1.000 Fälle zu erreichen.
Fälle außerhalb der DR Kongo
Situation in Kenia
Kenia meldete am 16. Oktober seinen dritten Fall des Bundibugyo-Virus. Bei der Patientin handelt es sich laut kenianischem Gesundheitsministerium um eine 65-jährige Frau, die ein enger Kontakt und eine nahe Verwandte der ersten beiden Fälle ist. Sie befindet sich seit dem 6. Oktober in Quarantäne. Nach Auftreten von Symptomen , Fieber, Halsschmerzen und Unwohlsein , wurde sie isoliert und positiv auf das Virus getestet.
Der erste kenianische Fall wurde Anfang Oktober bekannt. Ein kenianischer Mann, der etwa einen Monat zuvor in der DR Kongo erkrankt war, reiste über Uganda nach Nairobi, wo er am 3. Oktober ankam. Er starb am 5. Oktober. Das Gesundheitsministerium betonte, dass es keine Anzeichen für eine Ausbreitung in der Bevölkerung gebe und das Risiko für die kenianische Öffentlichkeit gering bleibe. Von 130 erfassten Kontaktpersonen wurden 127 aufgespürt und befinden sich in Quarantäne.
Uganda erklärt sich ebolafrei
Uganda meldete laut CDC 21 bestätigte und wahrscheinliche Fälle sowie drei Todesfälle. Der letzte bestätigte Fall wurde dort am 21. Juni gemeldet. Im August wurde Uganda für ebolafrei erklärt.
| Land/Region | Status | Bestätigte Fälle | Todesfälle |
|---|---|---|---|
| DR Kongo | Aktiver Ausbruch | Über 9.000 | Über 4.000 |
| Kenia | Drei Fälle | 3 | 1 |
| Uganda | Ebolafrei (August) | 21 | 3 |
Herausforderungen bei der Bekämpfung
Infrastruktur und Sicherheitslage
Die CDC nennt mehrere Faktoren, die die Bekämpfung des Ausbruchs erschweren. Die begrenzte Gesundheitsinfrastruktur umfasst eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, Diagnose- und Labordiensten sowie zu Materialien für Infektionsprävention und -kontrolle. Anhaltende Konflikte in der betroffenen Region schaffen Sicherheitsprobleme und erschweren die Kontaktverfolgung sowie Infektionsschutzmaßnahmen. Gewalt gegen Gesundheitspersonal und Mangel an Schutzausrüstung führen dazu, dass sich Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei der Behandlung von Patienten infizieren.
Grenzüberschreitende Risiken
Häufige Bevölkerungsbewegungen und grenzüberschreitende Reisen erhöhen laut CDC das Risiko einer Ausbreitung nach Uganda, Südsudan, Ruanda und in andere Gebiete. Mangelndes Vertrauen in die Regierung und Fehlinformationen erschweren die Kommunikation über Ebola.
Maßnahmen und fehlender Impfstoff
Einreisebeschränkungen der USA
Um das Risiko einer Ebola-Einschleppung in die USA zu verringern, ist die Einreise für Reisende, die sich kürzlich in der DR Kongo aufgehalten haben, vorübergehend eingeschränkt. Reisende, einschließlich US-Amerikaner, die sich innerhalb von 21 Tagen vor ihrem Flug in der DR Kongo aufgehalten haben, dürfen keine kommerziellen Flüge mit US-Zielen besteigen. Die CDC bewertet das Risiko für die amerikanische Öffentlichkeit und Reisende insgesamt als gering. Bisher wurden in den USA keine Ebola-Fälle im Zusammenhang mit diesem Ausbruch bestätigt.
Impfstoffentwicklung läuft
Die Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung werden dadurch erschwert, dass für den Bundibugyo-Stamm kein zugelassener Impfstoff verfügbar ist. Laut kenianischem Gesundheitsministerium laufen Forschungsarbeiten zur Entwicklung eines oder mehrerer Impfstoffe, die gegen den Stamm wirken. Einige dieser Impfstoffe befinden sich bereits in frühen Phasen der Erprobung am Menschen.
Transparenz bei Hilfsgeldern gefordert
Das Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) und kongolesische Gesundheitsbehörden fordern größere Transparenz bei der Verwendung von Ebola-Hilfsgeldern. Dr. Jean Kaseya, Generaldirektor des Africa CDC, teilte Reuters mit, dass Finanzinformationen von Hilfsorganisationen darauf hindeuten, dass mehr als 700 Millionen US-Dollar an Spendengeldern nicht nachgewiesen werden können. Internationale Geber hätten etwa 962 Millionen US-Dollar an Organisationen ausgezahlt, die Ebola-Reaktionsmaßnahmen in der DR Kongo durchführen, anstatt an die Regierung. Diese Organisationen berichteten jedoch nur über den Erhalt von 228 Millionen US-Dollar, von denen 127 Millionen ausgegeben wurden und etwa 100 Millionen verfügbar blieben.
Quellen
- Ebola outbreak in DR Congo spreads to eighth province , TimesLIVE | UA.NEWS
- Kenya records third Ebola case, linked to first patient who died | Ebola News | Al Jazeera
- Ebola Outbreak: Current Situation | Ebola | CDC
- Congo’s fast-moving Ebola outbreak spreads to eighth province
- Ebola outbreak in DR Congo spreads to new province bordering CAR | Africanews
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