In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich ein Ebola-Ausbruch weiter aus. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC vom 15. Oktober 2026 wurden bisher 9.235 bestätigte Fälle und 4.444 Todesfälle registriert. Das Virus hat mittlerweile eine achte Provinz erreicht, wie Reuters berichtet. Die kongolesischen Gesundheitsbehörden gaben am 15. Oktober bekannt, dass die Gesamtzahl der bestätigten Fälle zu diesem Zeitpunkt bei 9.066 lag, mit 4.381 Todesfällen.

Ausbreitung auf acht Provinzen

Betroffene Regionen

Das Bundibugyo-Virus, eine Variante des Ebola-Virus, hat sich über mehrere Provinzen der DR Kongo ausgebreitet. Laut CIDRAP sind die Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Tshopo, Haut-Uele, Bas-Uele, Süd-Ubangi und zuletzt Nord-Ubangi betroffen. Die Provinz Ituri verzeichnet die meisten Fälle, während Nord-Kivu kürzlich einen Anstieg der Infektionen erlebte. Die kongolesische Regierung hat die Ausbreitung in die achte Provinz noch nicht offiziell bestätigt.

Grenzüberschreitende Fälle

In Kenia wurden drei Ebola-Fälle gemeldet. Nach Angaben von Africa News handelt es sich bei der dritten Infizierten um eine 65-jährige Frau, eine nahe Verwandte der ersten beiden Fälle im Land. Sie begab sich in Quarantäne, bevor Symptome auftraten. Das kenianische Gesundheitsministerium erklärte, beide Fälle seien miteinander verbunden, es gebe keine Hinweise auf eine Ausbreitung in der allgemeinen Bevölkerung. Von 128 bekannten Kontaktpersonen des ersten Patienten wurden 113 aufgespürt, 108 befinden sich in Quarantäne.

Flughafenterminal mit Reisenden und Gesundheitskontrollstationen

Besonders betroffene Gruppen

Schulkinder in Ituri

Kinder sind von dem Ausbruch besonders betroffen. Nach Angaben von Africa News sind mindestens zehn Schüler in der Provinz Ituri gestorben, obwohl die Schulen erst seit etwas mehr als einem Monat geöffnet sind. Insgesamt wurden 25 bestätigte Ebola-Fälle bei Schulkindern in Ituri registriert, sieben Überlebende werden noch behandelt. Die Hilfsorganisation Save the Children teilte Anfang Oktober mit, dass seit Beginn des Ausbruchs im Mai durchschnittlich sieben Kinder pro Tag an Ebola gestorben seien , insgesamt 961 Kinder.

Vermeidung medizinischer Versorgung

Reuters berichtet, dass Frauen und Kinder im Ostkongo medizinische Einrichtungen meiden, aus Angst, sich dort mit Ebola zu infizieren oder absichtlich angesteckt zu werden. Eine Krankenschwester in Butembo erklärte gegenüber Reuters: „Sie denken, die Medikamente, die wir ihnen geben, enthalten das Ebola-Virus.“ Diese Entwicklung führt zu steigenden Müttersterblichkeitsraten. In der Provinz Ituri stiegen die Todesfälle bei der Geburt zwischen Mai und Juli um 70 Prozent.

Provinz Status Besonderheit
Ituri Aktiv Meiste Fälle, 25 Schulkinder infiziert
Nord-Kivu Aktiv Kürzlicher Anstieg der Fälle
Süd-Kivu Rückläufig Keine Fälle seit 29. Mai (CDC)
Nord-Ubangi Neu Achte betroffene Provinz

Herausforderungen und Impfstoffentwicklung

Schwierige Bedingungen

Die CDC nennt mehrere Faktoren, die die Eindämmung erschweren: begrenzte Gesundheitsinfrastruktur, anhaltende Konflikte in der Region, häufige Bevölkerungsbewegungen und grenzüberschreitende Reisen sowie mangelndes Vertrauen in die Regierung und Fehlinformationen. Gewalt gegen Gesundheitspersonal und Mangel an Schutzausrüstung führen dazu, dass sich medizinisches Personal bei der Behandlung von Patienten infiziert.

Impfstoffversuche laufen

Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff oder eine spezifische Behandlung gegen das Bundibugyo-Virus. Forscher in Uganda haben jedoch eine Phase-1-Studie mit einem Impfstoffkandidaten der Universität Oxford begonnen. Eugene Ruzagira vom Medical Research Council Uganda erklärte gegenüber Africa News: „Bei einer Phase-1-Impfstoffstudie prüfen wir in erster Linie, ob der Impfstoff sicher ist und zweitens, ob er eine angemessene Immunantwort hervorruft.“ Der Impfstoff basiert auf derselben Plattform wie der Oxford/AstraZeneca-COVID-19-Impfstoff. Deutsche Forscher berichteten diese Woche, dass Mercks zugelassener Ebola-Impfstoff Ervebo, der gegen das Zaire-Ebola-Virus entwickelt wurde, eine T-Zell-Kreuzreaktivität zeigt, ob dies jedoch Schutz bietet, ist noch unklar.

Einordnung und Risikobewertung

Historische Dimension

Nach Angaben der CDC ist dies der 17. Ebola-Ausbruch in der DR Kongo und mittlerweile der zweitgrößte registrierte Ausbruch. Die Ausbreitung verläuft erheblich schneller als frühere Ausbrüche: Die Schwelle von 1.000 bestätigten Fällen wurde innerhalb von 40 Tagen nach Aktivierung der Notfallmaßnahmen erreicht, während der Ausbruch von 2018 in der DR Kongo etwa 235 Tage dafür benötigte. Der aktuelle Ausbruch droht, die westafrikanische Epidemie von 2014-2016 zu übertreffen, die über 11.000 Todesopfer forderte.

Risiko für andere Länder

Die CDC bewertet das Risiko für die Vereinigten Staaten als sehr gering. Bisher wurden keine mit diesem Ausbruch verbundenen Fälle in den USA gemeldet. Die Einreise für Reisende, die sich in den letzten 21 Tagen in der DR Kongo aufgehalten haben, ist vorübergehend beschränkt. Uganda meldete 21 bestätigte und wahrscheinliche Fälle sowie drei Todesfälle, der letzte bestätigte Fall dort wurde am 21. Juni registriert.

Quellen


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