Mit dem Herbst 2026 steigt die Zahl der Atemwegsinfekte in Deutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet einen allmählichen Anstieg von Influenza und SARS-CoV-2, während Rhinoviren und Parainfluenzaviren bereits für typische herbstliche Erkältungen sorgen. Auch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) gewinnt wieder an Bedeutung, insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen. In den USA zeigen sich ähnliche Muster: Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) melden für die Woche bis zum 10. Oktober 2026 eine steigende Influenza-Aktivität, die jedoch insgesamt noch niedrig bleibt.
Aktuelle Lage der Atemwegsviren
Haupterreger im Herbst 2026
Derzeit dominieren Erkältungsviren wie Rhinoviren und Parainfluenzaviren das Infektionsgeschehen. Das RKI registriert zudem vereinzelt eine ungewöhnlich frühe Grippeaktivität. Die CDC berichtet, dass die Influenza-Aktivität in vielen Teilen der USA zunimmt, sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt. RSV, das vor allem bei Säuglingen und älteren Menschen schwere Verläufe verursachen kann, tritt ebenfalls wieder vermehrt auf.
Regionale Unterschiede und Trends
In Nordamerika zeigen verschiedene Bundesstaaten unterschiedliche Entwicklungen. Die CDC veröffentlicht wöchentlich Schätzungen zur epidemischen Entwicklung auf Basis der Reproduktionszahl Rt für COVID-19, Influenza und RSV. In Nordamerika empfehlen Gesundheitsbehörden wie das North Dakota Health and Human Services Bewohnern, sich auf die Atemwegsviren-Saison vorzubereiten und mit Ärzten über Impfungen zu sprechen. In Großbritannien zeigt sich laut aktuellen Berichten ein gemischtes Bild: Einige COVID-19-Indikatoren sind gestiegen, während andere stabil bleiben oder sinken.
Warum die Infektionsgefahr im Herbst zunimmt
Verändertes Verhalten und Umweltfaktoren
Mit Schulbeginn und kühleren Temperaturen verlagert sich das soziale Leben nach drinnen. Kinder bringen Erreger aus Schulen in die Familien, und in geschlossenen Räumen können Viren länger in der Luft verweilen. Kühle Außenluft und trockene Heizungsluft lassen die Schleimhäute in Nase und Mund austrocknen, wodurch Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen können.
Empfohlene Schutzmaßnahmen
Impfungen und Hygiene
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung im Herbst für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke und Pflegeheimbewohner. Corona- und RSV-Impfungen sind je nach Altersgruppe oder Risiko ebenfalls sinnvoll. In Nordamerika empfehlen Behörden eine RSV-Impfung für Erwachsene ab 75 Jahren sowie für Erwachsene zwischen 50 und 74 Jahren mit erhöhtem Risiko. Schwangere können zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche eine RSV-Impfung erhalten, alternativ können Säuglinge eine RSV-Antikörper-Immunisierung bekommen.
Alltagsmaßnahmen zur Infektionsvermeidung
Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife tötet viele Erreger zuverlässig ab. Stoßlüften in geschlossenen Räumen senkt die Virenlast in der Raumluft. In engen Menschenmengen, im öffentlichen Nahverkehr oder bei ersten eigenen Symptomen bieten Atemmasken wirksamen Eigenschutz. Wer erkrankt ist, sollte zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken. Eine echte Erkältung oder ein grippaler Infekt sollte mit mindestens einer Woche Ruhe auskuriert werden, um eine Verschleppung auf Herz oder Lunge zu verhindern.
| Maßnahme | Zielgruppe | Wirkung |
|---|---|---|
| Grippeimpfung | Ab 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke | 40, 60% Schutz vor Influenza |
| RSV-Impfung | Ab 75 Jahre, 50, 74 Jahre mit Risiko | Schutz vor schwerem RSV-Verlauf |
| Händewaschen | Alle | Reduziert Erregerübertragung |
| Stoßlüften | Alle | Senkt Virenlast in Innenräumen |
Ausblick auf die kommenden Wochen
Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung der Atemwegsinfekte weiterhin genau. Die CDC veröffentlicht wöchentlich aktualisierte Daten zur Influenza-Aktivität und zu anderen Atemwegsviren. In Deutschland läuft die Herbst-Impfkampagne 2026, und Impfungen sind über Apotheken, lokale Gesundheitsämter und Arztpraxen verfügbar. In Nordamerika stehen Impfstoffe für Kinder und Erwachsene über verschiedene Programme zur Verfügung, auch für Personen ohne Versicherung.
Die Kombination aus Impfung, guter Handhygiene, regelmäßigem Lüften und dem Auskurieren von Infekten kann dazu beitragen, die Belastung durch Atemwegsinfekte in den kommenden Monaten zu verringern. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte mit dem Hausarzt über geeignete Impfungen sprechen.
Quellen
- Current Epidemic Trends (Based on Rt) | CFA: Modeling and Forecasting | CDC
- Flu COVID-19 and RSV are showing very different trends in the US ahead of winter
- North Dakota HHS encourages residents to prepare for respiratory virus season
- Covid Situation Report: Oct 15, 2026 – by Bob Hawkins
- The Weekly Round Up of Infectious Disease
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