Anstieg der COVID-19-Fälle in Bayern
In Bayern haben sich die COVID-19-Fälle seit Ende September mehr als verdreifacht. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete 218 COVID-19-Fälle für die Kalenderwoche 41 (bis 11. Oktober). In der Vorwoche waren es noch 139 Fälle gewesen, Ende September lediglich 66 Fälle. Die meisten Infektionen wurden mit 116 Fällen in Oberbayern registriert. Derzeit befinden sich drei Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf bayerischen Intensivstationen.
Höchste Inzidenz bundesweit
Bayern weist laut Robert Koch-Institut (RKI) mit einer 7-Tage-Inzidenz von 1,4 COVID-19-Fällen pro 100.000 Einwohner den höchsten Wert in Deutschland auf. Das LGL weist darauf hin, dass es sich bei den gemeldeten Zahlen um Stichproben von am Corona-Sentinel teilnehmenden Praxen und den Gesundheitsämtern gemeldete Fälle handelt. Die Statistik bilde nicht alle aktuellen Fälle in Bayern ab.
Typischer Herbstanstieg bei Atemwegserkrankungen
Der Anstieg der COVID-19-Fälle fügt sich in ein typisches Herbstmuster ein. Das RKI meldet bundesweit 1.332 Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen. Auch die Zahl der Influenza-Infektionen ist im Vergleich zur Vorwoche in ganz Deutschland angestiegen. In Bayern wurden in der Kalenderwoche 40 (28. September bis 4. Oktober) 141 Influenza-Fälle gemeldet.
Aktuelle Virusvarianten und Symptome
Omikron-Abkömmlinge dominieren
Laut RKI wurde in Deutschland die Virusvariante Stratus (XFG) am häufigsten nachgewiesen. Weitere relevante Varianten sind Nimbus (NB.1.8.1) und Cicada (BA.3.2) sowie sogenannte Rekombinante Linien , eine Mischung aus vorhandenen Varianten. Alle sind Abkömmlinge der Omikron-Variante. Auch in Bayern beherrschen diese Virusvarianten das Infektionsgeschehen.
Meist milde Verläufe
Eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus verläuft mittlerweile in der Regel mild. Das liegt daran, dass die meisten Erwachsenen seit der Pandemie eine Immunität gegen das Virus aufgebaut haben , entweder durch Impfung, eine durchgemachte Infektion oder beides. Die Symptome bei einer Infektion mit den aktuell zirkulierenden Varianten ähneln denen bei anderen viralen Atemwegsinfektionen: leichtes Fieber, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Abgeschlagenheit.
Empfehlungen und Einordnung
Impfung für Risikogruppen empfohlen
Das RKI weist in einem ARE-Wochenbericht von Anfang Oktober darauf hin, dass SARS-CoV-2 auch nach dem Ende der Pandemie von besonderer epidemiologischer Bedeutung bleibe, da es fortwährend weltweit zirkuliere und COVID-19 weiterhin zu Hospitalisierungen und Todesfällen führe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine jährliche Auffrischimpfung für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf sowie für Menschen, die aufgrund ihres Arbeitsumfeldes einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Das betrifft vor allem Menschen über 75 Jahre und Menschen mit Vorerkrankungen.
Krankenhausbehandlungen auf niedrigem Niveau
Trotz steigender Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen bleibt die Zahl der Krankenhausbehandlungen auf einem relativ niedrigen Niveau. Corona spielt in den Krankenhäusern momentan keine große Rolle. Hausärzte berichten, dass die meisten Patienten drei bis vier Tage krank sind und die Verläufe meist nicht schwer sind. Grippeviren und Coronaviren seien noch kaum dabei, eher harmlose Erkältungsviren, so Berichte aus Hausarztpraxen.
| Zeitraum | COVID-19-Fälle Bayern | Influenza-Fälle Bayern | Intensivpatienten |
|---|---|---|---|
| Ende September | 66 | , | , |
| KW 40 (bis 4.10.) | 139 | 141 | , |
| KW 41 (bis 11.10.) | 218 | , | 3 |
Regionale Unterschiede
Oberbayern ist bei den meldepflichtigen COVID-19- und Influenza-Fällen überproportional vertreten. Experten vermuten einen Zusammenhang mit dem Oktoberfest, das als Beschleuniger für Infektionen wirken könne. Eine wissenschaftliche Datenauswertung zur sogenannten Wiesn-Grippe läuft an der LMU München, die Ergebnisse werden jedoch erst in einem Jahr erwartet.
Quellen
- Corona: Aktuelle Fallzahlen, Varianten, Symptome und Impfung | BR24
- Bayern: Zahl der Grippe-Erkrankungen ist zu Beginn der Infektsaison höher als im Vorjahr
- Bayern hustet und schnieft , welche Viren gerade grassieren | BR24
- Corona ist zurück: Auch Erkältungen und Hustenwellen nehmen zu
- Grippe in Bayern: Behörden verzeichnen deutlichen Anstieg
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