Britische Regierung verspricht Überarbeitung des Entschädigungssystems
Die britische Regierung hat am 16. Oktober 2026 eine Überprüfung ihres Entschädigungssystems für Impfschäden angekündigt. Der Schritt folgt auf scharfe Kritik der unabhängigen COVID-19-Untersuchungskommission, die das bestehende System als „nicht ausreichend unterstützend“ bezeichnete. Mehr als 24.000 Anträge auf Entschädigung im Zusammenhang mit COVID-19-Impfungen wurden beim Vaccine Damage Payment Scheme (VDPS) eingereicht, doch nur etwas über 1 Prozent führten bislang zu Zahlungen, wie die BBC berichtet.
Das VDPS gewährt derzeit eine einmalige steuerfreie Zahlung von 120.000 Pfund (etwa 140.000 Euro) an Antragsteller, die nachweisen können, dass eine Impfung ihre Verletzung verursacht hat und dass sie mindestens 60 Prozent behindert sind. Baroness Hallett, Vorsitzende der COVID-19-Untersuchungskommission, forderte in ihrem vierten Bericht eine dringende Reform und erklärte, die 60-Prozent-Schwelle funktioniere bei COVID-19-Impfschäden nicht wirksam.
Verwaltungskosten übersteigen Auszahlungen
Die Regierung erkannte in ihrer Antwort an, dass das System überprüft werden müsse, um sicherzustellen, dass es „zweckdienlich und effektiv umgesetzt“ werde. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Verwaltungskosten: Seit April 2022 kostete der Betrieb des VDPS 83 Millionen Pfund , mehr als das Doppelte der 32 Millionen Pfund, die bisher an Betroffene ausgezahlt wurden, wie die BBC im vergangenen Monat berichtete.
Kampagnengruppen fordern konkrete Zusagen
Die Kampagnengruppe Vaccine Injured and Bereaved UK begrüßte die Anerkennung der Regierung, dass Impfschäden real seien und das VDPS nicht zweckmäßig sei. In einer Stellungnahme kritisierte die Organisation jedoch, dass die Regierung lediglich weitere Prüfungen ankündige, statt konkrete Maßnahmen zuzusagen. „Nach mehr als fünf Jahren Kampagnenarbeit und mit der ausdrücklichen Forderung der COVID-19-Untersuchung nach Reform so bald wie möglich hatten wir gehofft, die Regierung würde endlich mit einer klaren Verpflichtung zum Handeln kommen“, erklärte die Gruppe.
Die Betroffenen beklagen, dass es weder einen klaren Zeitplan noch Gewissheit darüber gebe, was sich ändern werde und wann Familien endlich bedeutsame Fortschritte sehen würden.
Einzelfälle verdeutlichen Probleme des Systems
Krankenschwester trotz bleibender Schäden abgelehnt
Der Fall der 44-jährigen Krankenschwester Marie-Claire Hoyle illustriert die Schwierigkeiten des aktuellen Systems. Hoyle nahm 2020 an der Impfstoffstudie von AstraZeneca teil und entwickelte zwei Wochen nach ihrer zweiten Dosis eine transverse Myelitis, eine seltene neurologische Erkrankung mit Entzündung des Rückenmarks. Ihre Symptome waren so alarmierend, dass die weltweite Impfstoffstudie vorübergehend unterbrochen wurde, während Wissenschaftler die Situation bewerteten.
Obwohl das VDPS anerkannte, dass die Impfung ihre transverse Myelitis verursacht hatte, wurde ihr Antrag abgelehnt. Der Grund: Ihre Behinderung erreiche nicht mehr die erforderlichen 60 Prozent, da sich ihr Zustand im Laufe der Zeit gebessert habe. Hoyle berichtet jedoch von bleibenden Schäden: „Ich hatte seitdem ein MRT, und es gibt immer noch Schäden in meinem Rückenmark, die niemals heilen werden. Ich habe eine sehr schlechte Griffkraft in meinen Fingerspitzen, sodass ich ständig Dinge fallen lasse.“
Empfehlungen der Untersuchungskommission
Die Untersuchungskommission empfahl, Zahlungen einzuführen, die unterschiedliche Schweregrade von Verletzungen widerspiegeln, anstatt sich auf eine einzige Behinderungsschwelle zu verlassen. Baroness Hallett betonte, dass zwar nur eine Minderheit von Impfschäden betroffen sei, die Art und Weise, wie diese Menschen unterstützt werden, jedoch dringend reformiert werden müsse.
Nutzen der COVID-19-Impfungen unbestritten
Der AstraZeneca-COVID-19-Impfstoff wird laut BBC damit in Verbindung gebracht, weltweit Millionen Leben gerettet zu haben. Die Vorteile von Impfungen seien gut dokumentiert. Gleichzeitig hätten einige Menschen Schäden erlitten, und diese Fälle erforderten angemessene Unterstützung.
Nächste Schritte der Regierung
Zusammenarbeit mit allen Beteiligten angekündigt
Die britische Regierung erklärte, sie werde eng mit den anderen Nationen des Vereinigten Königreichs sowie mit durch COVID-19-Impfungen geschädigten Personen und ihren Familien zusammenarbeiten. Minister in England haben versprochen, das System zu überprüfen und sicherzustellen, dass es ordnungsgemäß funktioniert.
| Aspekt | Aktueller Stand | Kritikpunkt |
|---|---|---|
| Eingereichte Anträge | Über 24.000 | Nur 1% erfolgreich |
| Entschädigungssumme | £120.000 (einmalig) | Keine Abstufung nach Schweregrad |
| Behinderungsschwelle | Mindestens 60% | Funktioniert bei COVID-19-Schäden nicht |
| Verwaltungskosten (seit 04/2022) | £83 Millionen | Mehr als doppelt so hoch wie Auszahlungen |
| Auszahlungen an Betroffene | £32 Millionen | Deutlich niedriger als Verwaltungskosten |
Zeitplan bleibt unklar
Wann genau die Reformen umgesetzt werden und welche konkreten Änderungen vorgenommen werden, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Betroffenengruppen kritisieren das Fehlen eines klaren Zeitplans und konkreter Zusagen. Die Regierung hat bisher lediglich zugesagt, das System zu prüfen, ohne sich auf bestimmte Maßnahmen oder Fristen festzulegen.
Quellen
- Covid vaccine compensation scheme set for overhaul after Inquiry criticism
- UK Pledges Vaccine Compensation Reform After Inquiry Criticism
- Covid vaccine victim ’not disabled enough‘ for compensation
- Nurse Deemed ‚Not Disabled Enough‘ For Payout After COVID Jab Paralysis – modernity
- Kennedy Pledged to Advance Anti-Vaccine Group’s Agenda. Here’s What He Is Doing. + More – Science, Public Health Policy and the Law
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