Ausbreitung in achte Provinz bestätigt

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat die Provinz Nord-Ubangi im Norden des Landes erreicht. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag zwei Fälle in der Provinz, darunter einen Todesfall. Beide Patienten sind Männer in den Zwanzigern aus der Gesundheitszone Wapinda, die an die Provinz Bas-Uele grenzt, wo zuvor bereits Ebola-Fälle registriert wurden. Nord-Ubangi liegt an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik.

Seit Ausbruch der Epidemie Mitte Mai haben die Behörden mindestens 9.400 Fälle und mehr als 4.500 Todesfälle registriert. Damit handelt es sich um den tödlichsten Ebola-Ausbruch in der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo, wie die Los Angeles Times unter Berufung auf offizielle Angaben berichtet.

Bundibugyo-Virus ohne zugelassene Impfung

Der aktuelle Ausbruch wird durch das seltene Bundibugyo-Virus verursacht, für das es keine zugelassene Impfung oder Behandlung gibt. Das Virus ist eine von mehreren Ebola-Arten und wurde erstmals 2007 in Uganda identifiziert. Die Ausbreitung wird laut den Quellen durch Massenbewegungen der Bevölkerung, bewaffnete Konflikte, Misstrauen gegenüber Gesundheitsbehörden und schlechte Arbeitsbedingungen für medizinisches Personal begünstigt.

Gesundheitspersonal in Schutzkleidung in ländlicher Klinik

Geografische Ausbreitung trotz rückläufiger Fallzahlen

Ituri-Provinz bleibt Epizentrum

Die Provinz Ituri im Osten des Kongo bleibt das Epizentrum der Epidemie und macht laut den jüngsten Regierungsdaten fast drei Viertel der bestätigten Fälle aus. Insgesamt sind seit Beginn des Ausbruchs 66 Gesundheitszonen betroffen.

Mohamed Yakub Janabi, Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika, erklärte am Freitag in Beni im Ostkongo gegenüber der Associated Press: „Wir sehen, dass die Ebola-Herde im Allgemeinen zurückgehen, aber leider breitet sich die Krankheit geografisch aus.“ Janabi nannte als eine der größten Herausforderungen, infizierte Personen davon zu überzeugen, medizinische Hilfe zu suchen. Einige Todesfälle ereigneten sich außerhalb von Gesundheitseinrichtungen in den Gemeinden.

Grenzüberschreitende Fälle

Das Virus hat sich auch über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet. Uganda meldete Fälle, hat sich inzwischen aber für frei von der Krankheit erklärt. Kenia registrierte am Samstag einen siebten Fall. Die Zentralafrikanische Republik hat bisher keine bestätigten Fälle gemeldet, obwohl Nord-Ubangi direkt an das Nachbarland grenzt.

Provinz/Land Status Besonderheit
Ituri (Kongo) Epizentrum Drei Viertel aller Fälle
Nord-Ubangi (Kongo) Neu betroffen Zwei Fälle, ein Todesfall
Uganda Frei erklärt Zuvor Fälle gemeldet
Kenia Betroffen Sieben Fälle registriert

Herausforderungen bei der Bekämpfung

Schwierige Bedingungen in Grenzregionen

Nord-Ubangi liegt zwischen den Provinzen Sud-Ubangi und Bas-Uele, den beiden letzten Provinzen, in die sich die Krankheit entlang der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik ausgebreitet hatte. In der Region kommt es wiederholt zu bewaffneten Auseinandersetzungen, die Tausende zur Flucht in kongolesische Grenzgemeinden zwangen. Der Zugang zu den betroffenen Gebieten ist aufgrund schlechter Straßen und begrenzter Kommunikationsnetze erschwert.

Späte Erkennung des Ausbruchs

Laut einem Meinungsbeitrag in der New York Times wurde dieser Ausbruch spät erkannt, was dem Virus einen Vorsprung verschaffte. Die Autorin, die seit Jahrzehnten im Kongo arbeitet, bezeichnete die aktuelle Situation als beispiellos in ihrem Erfahrungshorizont.

Quellen


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