Aktuelle Fallzahlen und Krankenhausaufnahmen

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat am 16. Oktober 2026 insgesamt 4.410 bestätigte Masern-Fälle für das laufende Jahr gemeldet. Die Daten umfassen Meldungen bis zum 15. Oktober 2026 um 12 Uhr mittags. Von diesen Fällen wurden 4.392 aus 47 Bundesstaaten und dem District of Columbia gemeldet, 18 weitere Fälle betrafen internationale Besucher in den USA. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen liegt nach Angaben verschiedener Quellen bei 451, wobei Pennsylvania allein 225 Hospitalisierungen meldete.

Pennsylvania besonders betroffen

Pennsylvania verzeichnet mit 1.222 bestätigten Fällen den schwersten Ausbruch des Bundesstaates seit 35 Jahren. Wie die Pennsylvania Department of Health am 13. Oktober mitteilte, sind im Bundesstaat sechs Menschen nach einer Masern-Infektion verstorben. Der jüngste Todesfall wurde am 13. Oktober aus Franklin County gemeldet: eine 39-jährige ungeimpfte Frau mit mehreren Grunderkrankungen. Der zuständige Gerichtsmediziner James Conner erklärte, es handele sich um den ersten Masern-assoziierten Todesfall in dem Bezirk seit vielen Jahren.

Diskrepanz bei Todeszahlen

Während Pennsylvania sechs Todesfälle meldet, führt die CDC auf ihrer Website weiterhin nur zwei Todesfälle landesweit auf. Die Behörde erklärte, die übrigen Todesfälle in Pennsylvania würden noch überprüft. Hintergrund ist eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro über die Methodik zur Klassifizierung Masern-assoziierter Todesfälle. Kennedy hatte im August auf Social Media angedeutet, die Todesfälle könnten „erfunden“ sein.

Laborproben in einem medizinischen Labor

CDC entsendet Experten nach Pennsylvania

Unterstützung durch „Disease Detective“

Die CDC kündigte am 15. Oktober an, einen Wissenschaftler des Epidemic Intelligence Service nach Pennsylvania zu entsenden. Der sogenannte „Disease Detective“ sollte noch in derselben Woche eintreffen, wie eine CDC-Sprecherin mitteilte. Es ist die erste persönliche Unterstützung der Bundesbehörde für Pennsylvania nach der öffentlichen Auseinandersetzung im August. Pennsylvania hatte offiziell Hilfe über das Epi-Aid-Programm der CDC angefordert, das bei dringenden Problemen der öffentlichen Gesundheit schnelle Untersuchungen vor Ort durchführt.

Ausmaß der Epidemie

Im Jahr 2026 wurden bislang 42 neue Masern-Ausbrüche in den USA registriert. Die CDC definiert einen Ausbruch als drei oder mehr zusammenhängende Fälle. 96 Prozent aller bestätigten Fälle (4.228 von 4.410) stehen mit Ausbrüchen in Verbindung. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 meldete die CDC 2.289 Fälle, im Jahr 2024 waren es lediglich 285 Fälle. John Brownstein, Epidemiologe am Boston Children’s Hospital, sagte gegenüber ABC News: „Die Tatsache, dass wir 2026 Bundesexperten zur Untersuchung von Masern-Ausbrüchen entsenden, ist außergewöhnlich. Das ist eine Krankheit, die wir verhindern können.“

Impfstatus und Risikogruppen

Verteilung nach Impfstatus

Nach CDC-Angaben traten etwa 96 Prozent der Fälle bei Menschen auf, die ungeimpft waren oder deren Impfstatus unbekannt ist. Zwei Prozent der Erkrankten hatten eine Dosis des MMR-Impfstoffs (Masern, Mumps, Röteln) erhalten, weitere zwei Prozent die empfohlenen zwei Dosen. In Pennsylvania waren laut Gesundheitsbehörde weniger als ein Prozent der Fälle vollständig geimpft.

Impfstatus Anteil der Fälle Anzahl Dosen
Ungeimpft/unbekannt 96% 0 Dosen
Teilgeimpft 2% 1 Dosis
Vollständig geimpft 2% 2 Dosen

Impfempfehlungen und Wirksamkeit

Die CDC empfiehlt zwei Dosen des MMR-Impfstoffs: die erste im Alter von 12 bis 15 Monaten, die zweite zwischen vier und sechs Jahren. Eine Dosis ist zu 93 Prozent wirksam, zwei Dosen zu 97 Prozent. CDC-Direktorin Dr. Erica Schwartz bezeichnete die MMR-Impfung als „wirksamste Methode zur Vorbeugung von Masern und zum Schutz vor Infektion“. Allerdings zeigen CDC-Daten, dass die Impfraten in den letzten Jahren gesunken sind: Im Schuljahr 2025/26 erhielten 92,4 Prozent der Kindergartenkinder die MMR-Impfung.

Weitere betroffene Bundesstaaten

Neben Pennsylvania meldeten auch andere Bundesstaaten steigende Fallzahlen. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul rief Anfang Oktober wegen zunehmender Fälle den Notstand aus. Auch Ohio, South Carolina, Texas und Utah verzeichneten erhebliche Anstiege. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Masern-Fälle deutlich höher liegt als die bestätigten Meldungen. Die CDC arbeitet weiterhin eng mit den Gesundheitsbehörden der Bundesstaaten zusammen und stellt Fachwissen und Unterstützung zur Eindämmung der Ausbrüche bereit.

Quellen


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